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Eine unvollständige Beschreibung meiner Lebenssituationen
2003 bis 2014

(vorher:"2003-bis-jetzt-lang", einstweilig überarbeitet 190618-22

Trotz guter Ausgangssituation waren durch die vielen Troubles in den 90-er Jahren, darunter
mehrere Übersiedlungen, meine Finanzen 2003 bereits wieder knapp.
Ich war ich gerade dabei, den vom Vater geerbten BMW zu reparieren.
Dieser stand nach einem Unfall in einem Magazin im Wienerwald,
das ich bei einer vorangegangenen Übersiedlung gemietet hatte, wo auch
mein inzwischen reichhaltiges Werkzeig sowie ein großer Teil meiner Sachen lagerte.

Ich fuhr etwa wöchentlich mit Bahn und Bus dorthin, um jeweils einige Stunden
weiterzuarbeiten, merkte aber, daß mir dies immer schwerer fiel. 
Als mir auch die täglichen Verrichtungen schwer wurden, rief ich meinen Bruder an
und bat ihn, mir dabei zu helfen, in irgend ein Spital zu fahren.

Dort war man von Anfang an recht unfreundlich zu mir, ich dachte,
man vermute einen Drogenunfall. Nach einer Blutabnahme, hiess es dann:
"Ja, sie haben eine Anämie, sie bekommen jetzt eine Bluttransfusion".
Ich verlangte nähere Information und sagte, ich sei gegen eine Bluttransfusion,
mein Schwächezustand sei schlimm, aber keineswegs unmittelbar lebensgefährlich
und die Sache nicht einmal klar diagnostiziert.
Daraufhin gab es nächtlich ein ausführliches und teils interessantes Gespräch mit 2 Ärzten,
ich erfuhr vor allem:
1.) Ich hatte nur mehr sehr wenig rote Blutkörperchen,
2.) Dies steht in Zusammenhang damit, daß meine Speicher an Vitamin B12 völlig erschöpft waren.
3.) Falls ich aber bei meiner Ablehnug einer Bluttransfusion bliebe, würde ein Anstaltspsychologe
beurteilen, ob ich in Folge dieses Zustands zurechnungsfähig sei, und dem könnte eine
Zwangsbehandlung folgen.
Da ich mich seit Jahren vegetarisch und zunehmend vegan ernährte, war der B12 Mangel plausibel.
Ich war mit einer hochdosierten Ampulle B12 einverstanden, meine Vermutung,
daß sich nun die Sache bessern würde, erwies sich dann als richtig.

Am nächsten Tag war das gesamte Peersonal im Spital äußerst agressiv gegen mich und ich beschloß,
von dort zu flüchten. Nach einigen Tagen in einem Hotel versuchte ich, in ein anderes Spital zu gehen,
dort hatte ich den Eindruck, daß man vorinformiert war, jedenfalls stellte man mich vor die Entscheidung,
entweder eine Bluttransfusion zu akzeptieren oder wieder zu gehen. Das war zwar illegal, da ich aber
in dieser Situation nicht juristisch dachte, sondern um meine Gesundheit besorgt, unterschrieb ich einen
Revers, den man mir vorlegte.
So landete ich, nunmehr ohne Geld, in der Wohnung der Mutter.
Mein Bruder ging regelmässig einkaufen und jetzt mußte er für eine Person mehr einkaufen.
Ich nahm weitere B12 Pillen und begann zu Laboruntersuchungen zu gehen, die weiteren Aufschluss brachten.
Zwischendurch mußte ich mich bei Gericht gegen ein vom Spital eingeleitetes Sachwalterschaftsverfahren wehren.
Zuvor waren eines Tages gegen Mitternacht
Polizisten und ein Amtsarzt in die Wohnung meiner Mutter gekommen
und hatten unter Gewaltandrohung von mir verlangt, daß ich mich freiwillig in ein internistisches Spital führen lasse,
wo ich dann die üblichen Patientenrechte hätte. Der gerufene Krankenwagen fuhr dann aber ohne anzuhalten
mit Blaulicht in die Psychiatrie am Steinhof, wo zwei sehr nette Psychiater, nachdem ich ihnen die Story
erzählt hatte, meine Empörung darüber teilten und mich ein Taxi zur Rückfahrt rufen liessen.
Ich halte diesen Vorfall für einen Amtsmißbrauch.

Gerade, als ich Wochen später aus einem Labor kam und einkaufen gehen wollte, was mir damals
mit Mühe wieder möglich war, fuhr mich ein Auto an und ich landete erneut im Spital.
Daß ich mich dort nach reiflicher Überlegung gegen eine Operation meines gebrochenen Knies entschied  
wurde akzeptiert, die Indikationsstellung wurde auch  als nicht völlig eindeutig eingeschätzt.
Nun saß ich mit Gipsverband in Muttis Wohnung und hatte Zeit, täglich für alle zu kochen.

Meine Körperkräfte waren gebessert, mein Knie verheilte recht gut, ich begann wieder,
einkaufen zu gehen und allerlei zu besorgen, zumindest gelegentlich. 

Der Zustand unserer Mutter verschlechterte sich aber, ihr angiologisch operierter Fuß
war unterversorgt und machte bedenkliche Probleme, sie wurde immer schwächer.
Kurz vor ihrem 90. Geburtstag starb sie am Tag nach der Amputation ihres Beines.
Angesichts ihres Gesamtzustandes hatte nicht nur ich  diese Operation
ohne vorausgehende Stärkung ihres Allgemeinzustandes als problematisch angesehen.

Es folgte ein finanzieller Engpass und erst, nachdem der zuständige Notar bei Gericht urgiert hatte,
bekamen wir kurz vor Ende der gesetzlichen Frist die nötige Urkunde,
mit der das Erbe ausbezahlt werden konnte. Zuvor hatte das Gericht aber von mir die Bezahlung
der dadurch angefallenen Gerichtskosten verlangt, was ich abwehren mußte.

Ich war damals, da mir das Gehen noch immer ein bischen schwer fiel,
mit dem Moped unterwegs, auch um das noch immer aufgebockte Auto
endlich fertigreparieren zu können.
Genau auf jener Fahrt, gleich nachdem ich auf einer Bank ein geeignetes Sparbuch eröffnet hatte,
wohin das geerbte Geld überwiesen werden sollte, als ich noch noch einiges besorgen wollte,
kam mir bei leichtem Regen ein Auto derart in die Quere, daß ich beim scharfen Bremsen
ins Schleudern kam und auf dieses Auto prallte.
Ich erwachte aus der Bewustlosigkeit, als ich auf einer Bahre in einen Krankenwagen geladen wurde.

Im Spital wollte man mein Schlüsselbein operieren, der li Fuß war wieder eingegipst.
Von der Operation war ich nicht sehr überzeugt, und infolge etlicher unerfreulicher Ereignisse
beschloss ich, mich nicht operieren zu lassen.
Das Schlüsselbein ist heute (2017) gut zusammengewachsen, zeigt nur
noch, bei korrekter Länge,
eine Verbreiterung und Längskerbe entlang des damaligen Bruchs.
Das damals zertrümmerte Schulterblatt, dessen Operation gar nicht geplant war,
ist zusammengewachsen, nur sitzt das unverletzte linke Schultergelenk jetzt einige cm medial,
wodurch meine li Schulter etwas schmäler ist, aber sonst keine Probleme macht.
Im Spital zeigte man sich über meine Entscheidung sehr verärgert, und so landete ich wieder
in der Elternwohnung. Praktisch hatte man mich verbal rausgeschmissen, mir aber einen Revers
vorgelegt, den ich unterschrieb. Immerhin hatte ich ja nach dem "Shitstorm" kein Interesse daran,
weiter dortzubleiben.
Mein Bruder ging einkaufen und für mich war es jedesmal eine Expedition,
mit einer Krücke unter der rechten Achsel den rechten Fuß auf Zehen und Ferse hin und her drehend,
mich von einem Zimmer zum anderen zu bewegen.

Das Gute in jener Zeit: Ich saß die halbe Nacht vor dem Fernseher und sah MTV, Viva-Nachtexpress
und ähnliche Sender, wodurch ich Hip-Hop und andere Musikstile schätzen lernte.

Nach einigen Monaten konnte ich wieder aus dem Haus, jedoch nach etwa einem halben Jahr
rutschte mir am Rolltreppenzugang zur U-Bahn der Gehstock seitlich weg, ich konnte zwar
einen Sturz knapp verhindern, hatte aber eine wahrscheinlich angerissene Adductor-Sehne
(Oberschenkel). Ich lernte jetzt, mit Krücken abgesichert, in kleinen Schritten langsam zu gehen
und dabei bestimmte Muskeln nie zu verwenden. Das war nicht einfach, aber nach einigen Monaten
konnte ich wieder relativ normal gehen.
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Zu dieser Zeit hatten schon erhebliche juristische Probleme begonnen,
die dadurch verschärft wurden, daß zahlreiche Schriftstücke,
darunter Gerichtsbriefe bzw deren Hinterlegungsanzeigen mich nicht erreichten,
vielleicht aus dem Hauspostfach gestohlen worden waren.
Dafür, daß das Moped auf einem korrekten Parkplatz auch nach Ablauf des Pickerls stand,
bezahlte ich mehrmals Verwaltungsstrafen, insgesamt viele 100 EUR,
und immer erfuhr ich davon erst, als ich nichts mehr dagegen unternehmen konnte.

Nur mit Mühe, durch "Wiedereinsetzung in den vorigen Stand" konnte ich mich
gegen den Vorwurf wehren, im Internet Waren bestellt und nicht bezahlt zu haben.
Davon hatte ich erst vom Exekutor erfahren.
Von RechtsanwältInnen, die sich mit Internet beschäftigen, bekam ich lauter Absagen,
nur eine war bereit, den simplen Fall erfolgreich zu übernehmen.  
Wenig später, ohne vorangegangene Information, erfuhr ich kurz vor Weihnachten
durch einen an der Wohnungstüre angebrachten Zettel den baldigen Termin
der Zwangsräumung meiner Wohnung. Wieder beantragte ich wenige Stunden vor
den Weihnachtsferien erfolgreich jene "Wiedereinsetzung".
Von dem, was dann bei Gericht lief, möchte ich jetzt nur erzählen, daß ich den Termin
der Hauptverhandlung wieder nicht erfahren hatte, mein Fernbleiben wertete das Gericht
aber fälschlich als Beweis dafür, daß ich keine Argumente hätte.
Jedenfalls gelang es dem Hausherrn, mich zu kündigen.

2009 suchte ich im Internet nach einem neuen Wohnort und fand das Häuschen,
das ich mietete, 390 EUR/Mon  in St.Georgen/Reith, NÖ.
Die Übersiedlung war mühsam, in 35 Jahren, zahlreichen Übersiedlungen,
gesplitteten Wohnsituationen, hatte sich einiges angesammelt.

Geichzeitig verlangten die Vermieter jenes Magazins, wo der BMW noch immer
aufgebockt stand, und auch meine Werkstatteinrichtung lagerte, daß ich dieses räume,
gleichzeitig war die unfinanzierbare Elternwohnung zu räumen.
Das war, alles auf einmal, sowieso kaum machbar, in meinem Zustand aber noch weniger,
wennauch dieser mittlerweile wesentlich gebessert war.
Für die Elternwohnung war auch mein Bruder zuständig, der die Arbeit zum größten Teil erledigte.

Der alte Golf, den ich zwecks Übersiedlung gekauft hatte,
wurde beim ersten Schnee unfallbeschädigt,
die Totalschadenabfindung war geringer als die Reparaturkosten,
vielleicht wäre sofortiger Umstieg auf ein anderes Auto damals günstiger gewesen. 

Sobald es im Frühjahr 2010 die Temperatur zuliess, schraubte ich den BMW zusammen,
um jenes Magazin, wo er stand,
überhaupt räumen zu können, und schleppte ihn zu meinem Häuschen.

Die Vermieter jenes Magazins hatten angeboten, mir bei der Räumung zu helfen,
was so aussah, daß die ganze Familie am Sa 26.06.2010 ab 08h (ich mußte ca 100 km anreisen)
meine Sachen teils recht rücksichtslos in 2 Lkw's lud. 
Zuvor war nur von einem von einem Freund geliehenen Lkw die Rede gewesen,
mit 2 Lkws konnte aber alles mit.
Bei meinem Haus weigerte sich dann der Magazinvermieter,
über die mehrfach erprobte Holzbrücke zu fahren,
und es hiess auf einmal, ich solle für einen der beiden Lkws Miete bezahlen.
Im Streit luden die Leute meine Sachen auf die Strasse nahe jener Holzbrücke und fuhren weg.
Die Aktion erschien mir offensichtlich so geplant, die vorherige besondre Freundlichkeit
entpuppte sch als Bluff.
Obwohl es nach Gewitter aussah, gab es nur einige dicke Tropfen,
der befürchtete Starkregen blieb aus und meine Sachen relativ trocken.
Übermüdet und unterschlafen konnte ich mich kaum mehr
auf den Beinen halten und hatte ein unangenehmes Gefühl im Herz.
Der Vermieter meines Häuschens kam mit Traktor und Anhänger,
führte die Sachen hinauf zu meinem Haus und trug alles hinein,
danach war aber die Küche derart vollgeräumt, daß ich ohne weiteres Räumen
nicht zum Wasser konnte.

Als ich im Sommer 2010 die Wohnungsräumung forciert angehen wollte,
bremste mich ein Hundebiss in die Wade,
was aber nach kurzer ambulanter Spitalsbehandlung problemlos heilte.

Während einer Pause, die ich in meinem Häuschen verbrachte, erfuhr ich,
daß schon wieder irgendjemand auf meinen Namen mehrere Zeitungsabonnements bestellt hatte,
die liessen sich aber alle problemlos wieder abbestellen.

Ich liess mir beim Übersiedeln viel von meist sehr netten Leuten im Punk-millieu helfen,
war aber noch weit davon entfernt, meine alte Wohnung geräumt zu haben, als im Dez. 2010
der Winter plötzlich mit -20°C hereinbrach.
Im Frühjahr brauchte es dann bis Juni, meine Wohnung in Wien leerzuräumen. 

Ende Juni 2011 stellte ich in Amstetten den Antrag auf Grundsicherung,
Unfall und Übersiedlungen hatten meine Vorräte aufgebraucht.
Die Grundsicherung war aber für die Miete meines Häuschens, eines Lagers in Wien,
den Lebensunterhalt u. div Rechnungen nicht ganz ausreichend.
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Ich hatte mir vorgenommen, wieder mit dem Musikmachen professionell anzufangen
und arbeitete daran, nach über 10-jähriger, aufgezwungener Pause,
mein Können wieder aufzubauen.
Kaum, nachdem die stressreiche Übersiedlungsarbeit in Wien abgeschlossen war
und, in meinem neuen Mietshäuschen zur Ruhe gekommen,
ich mich voll
auf meine Arbeit konzentrieren wollte, erkrankte ich im Juli an einer Lungenentzündung
und vermutlich an einem Pneumothorax.
Um nicht ins Spital zu müssen, vermied ich jetzt, mit stets geladenem Handy,
jegliche Anstrengung, die den typischen Schmerz auslöst.
Denn so ein Spontanpneumothorax bedeutet akut einen gefährlichen Zustand,
verheilt aber meist recht flott von alleine.
Da kam aber der Rauchfangkehrer, ich sagte ihm, daß ich krank bin, er solle sich gedulden,
wenn ich im Spital wäre, würde er das ja auch respektieren,
er liess aber nicht locker:
"Die Kehrung muss durchgeführt werden." war seine beharrliche Antwort.

Er drohte mit rechtlichen Schritten und ich sagte ich ihm, er solle halt den Beschwerdeweg gehen,
wegen einiger Wochen Kehrverweigerung im Juli.
Daraufhin kam der Vermieter und meinte, er wolle keinen Rechtsstreit, bei dem er ja vielleicht
auch zur Verantwortung gezogen zu werden könne.
Also dachte ich, es geht eh wieder und räumte auf, der Rauchfangkehrer kam,
aber mein Pneumothorax wurde rückfällig.

So begann ich erst wieder Mitte Aug intensiv an meiner geplanten CD zu arbeiten,
wobei ich aber manchmal auch im Sitzen mit akutem Kraftverlust zu kämpfen hatte.

Beim ersten Regen im Herbst 2011 streikte das neue Altauto, das ich Ende April gekauft hatte.
Für den alten, unfallbeschädigten Golf, hatte ein Polizist bei einer Kontrolle, zufällig
nächst der zuvor geräumten Elternwohnung, die amtliche Vorführung angekündigt,
wohl keine Chance auf das fällige Pickerl.
Das neue hatte tadellos funktioniert, als ich während der Übersiedlung
praktisch darin wohnte und es täglich fuhr, aber eine Woche im Regen stehen,
brachte die Zündung und dann den Anlassmotor zum Zusammenbruch.
Beim Kauf dieses Autos war man extrem freundlich zu mir gewesen. Mir war aufgefallen,
daß die elektrischen Teile im Motorraum auffallend glänzten, Kabelbäume angeschnitten waren,
offensichtlich war daran hantiert worden.  
Egal, dachte ich, den Fehler haben sie gefunden und jetzt funktioniert es ja.
Als es dann streikete, brachte die ÖAMTC-Pannenhilfe
es noch einmal zum laufen,
und ich erfuhr, daß sämtliche Dichtungen des El-Systems auffallend verschlissen waren.
Daß die übergroße Batterie den Anlassmotor zerstören könnte, bedachte ich nicht,
als ich es das nächste mal wieder starten wollte.
Ohne Auto war das Leben an jenem entlegenen Ort sehr unangenehm:
Am anderen Ende des Ortes gab es ein kleines Lebensmittelgeschäft,
aber um vieles weiter, als die Bushaltestelle. Die nächsten Supermärkte
sind ca 10 bzw 20 km entfernt (Göstling, WY),
Ich bat einen Nachbarn, mich mitzunehmen, wenn er selbst einkaufen fährt,
woraufhin er
mich wöchentlich zum Einkaufen führte.

Nach Weihnachten hatte ich wieder eine Lungenentzündung, Fieber,
und ich musste den Nachbarn jetzt bitten, mir Lebensmittel zu bringen
und vor allem Holzbriketts.
Aber als die Infektion überwunden schien, das Fieber vergangen,
kam ich dennoch nicht zu Kräften, im Gegenteil:  Selbst ein Weg in die Küche
brachte mich zum Keuchen, Brennholz hereinzuholen schien mir lebensgefährlich.
Also bat ich ihn eines Tages, mir zu helfen, ins Spital zu fahren.

Dort wurde eine Lungenembolie diagnostiziert und ich lag eine Woche auf der Intensivstation.
Vermutlich hatten sich aus den jahrelang abwechselnd geschonten und überforderten Beinen
Blutggerinsel gelöst, die meine Lungenarterien verstopften.
Nach 2 Wochen Spitalsaufenthalt wollte man mich auf einige Wochen auf Rehab schicken,
Statt dessen erfuhr ich, daß es in meinem Häuschen einen Wasserrohrbruch gegeben hatte.
Der Vermieter hatte den Schlüssel, um den (bei Mietbeginn gegen meinen Wunsch angeschafften)
Pelletsofen zu befüllen, statt dessen verheizte er aber in meinem kleinen Ofen sein eigenes Holz,
was aber offensichtlich zu wenig war.

Statt Rehab zog ich in ein Notquartier in einem grossen leerstehenden Haus,
das auch meinem Vermieter gehört. Dieser führte mich einige Male mit dem Auto hinüber
zu meinem Häuschen, dort war über einige meiner Zimmer tausende Liter Wasser gelaufen,
die Wände, der Boden, alles war naß.
Ich richtete mich in meinem Notquartier ein, und bald kam der Vermieter nur mehr selten.
Mindestens wäre es nötig gewesen, kräftig zu heizen, und zu lüften, vieles derart zu  bewegen,
daß Luft dazu kann, damit alles trocknet.
Solange es Frost gab, beheizte er meinen kleinen Ofen, sowie einen zweiten, den er provisorisch
aufgestellte, bald beschränkte er sich aber aufs Lüften, obwohl ich ihm sagte, daß es falsch sei,
in ein kaltes Haus wärmere, feuchte Luft zu lassen.

Im Notquartier konnte ich keine Wäsche waschen. Dies hätte ich binnen etwa 3 Stunden
in meinem Häuschen tun können, aber es wäre nötig gewesen, mich mit einem Auto hinüber
und zurück zu führen. Das fand nicht statt, und so saß ich monatelang ohne Kleidungswechsel
in meinem Notquartier. Anstatt die Kleidung zu wechseln, schob Küchenrollenblätter darunter und
beklebte ich sie außen damit, was dem Hausarzt missfiel. Da ich so bekleidet schwer aus dem Haus
gehen und mit dem Bus fahren konnte, aber auch wegen meiner verminderten Leistungsfähigkeit
und der ungünstigen Lage jenes Notquartiers, war ich auf Lebensmittellieferungen angewiesen.
Da ich aber kein Pflegegeld bezog, fühlte sich die Volkshilfe offiziell nicht dafür zuständig,
auf privater Basis versorgten mich die örtliche Hauskrankenpflegerin bzw. ihr Lebensgefährte
mit Lebensmitteln.

Andererseits hatte ich jetzt reichlich Zeit, in Cubase (Musiksoftware) weiterzuarbeiten,
für mein Musik-Keyboard war hier im Notquartier kein Platz, aber die Arbeit ohne Tastatur
war auch eine interessante Erfahrung.


Nachdem ich wegen eines Computerdefekts über ein Jahr lang kein Internet gehabt hatte,
es aber bezahlte, bestand aber seit Herbst ein Zahlungsrückstand.
Und gerade, als ich aus dem Spital gekommen war, wurde das Handy aktiv-gesperrt.
Mit dem Handy meines Lebensmittellieferanten konnte ich Rückrufe erbitten.
Aber auch dachdem ich, teils mit geborgtem Geld, die Rechnung bezahlt hatte,
bedurfte es erst einer Beschwerde, von wiener Freunden geführt,
daß die Sperre wieder aufgehoben wurde.
Diese Isolation war eine beängstigende Situation, es war wie eine Art Hausarrest,
oft mit der Unsicherheit, ob nach einigen Tagen wieder jemand mit Hilfsbereitschaft auftauchen würde.

Allerdings kam mich bald nach der Spitalsentlassung ein Exekutor in meinem Notquartier besuchen.
Schon im Dez. hatte mich ein Brief vom Exekutionsgericht WY erreicht,
es ging um die Gerichtsgebühren der wiener Wohnungskündigung. 
Der Brief war aber so verwirrend, daß zumindest für einen Laien daraus nicht einmal
die Höhe der Gesamtforderung zu erkennen war. 
Der Exekutor hatte an meinem Haus, wo er mich freilich nicht antraf,
einen Brief hinterlassen, in dem er mir mit Haft drohte, falls ich nicht bereit wäre,
ein Vermögensverzeichnis zu unterzeichnen. Die Option meiner Bezahlung, kam da gar nicht vor.
Ich schrieb daraufhin einen ziemlich scharfen Brief an das Gericht.
Als er mich dann besuchen kam, war er sehr freundlich,
erklärte mir das vom fordernden Rechtsanwalt geschriebene Schreiben,
was auch für ihn nicht ganz leicht verständlich zu sein schien.
Danach wollte er dringend, daß ich das Vermögensverzeichniss unterschreibe,
was ich auch tat.   So ein Vermögensverzeichnis od etwas Ähnliches hatte ich ja schon
beim Antrag auf Grundsicherung unterschrieben sowie beim Antrag
auf einen Pflichtverteidiger beim Mietrechtsprozess in Wien.

Im Sommer konnte ich dann ohne Hilfe von meinem Notquartier in mein Haus hinüber gehen,
wodurch sich meine Situation zumindest hinsichtlich der Kleidung besserte. 
Allerdings war nun meine finanzielle Situation bedenklich.  Zum Glück konnte ich
weiteres Geld ausborgen, und damit  im Sommer unmittelbare Gefahr abwenden.

Anfang August bekam ich ein gebrauchtes Notebook geschenkt, das Internetmodem 
hatte in meinem Häuschen den Wasserschaden nicht überstanden und wurde erneuert.
Über allem lag eine Schicht aus Staub und verbreitet auch Schimmel.
Bevor ich Jan ins Spital kam, hatte ich wochenlang nicht mehr zusammengeräumt,
Lebensmittelvorräte verdarben, etc.

Dadurch aber, daß der Vermieter im Frühjahr großzügig die Erdgeschossfenster öffnete,
kam nicht nur feuchte Luft herein, sondern auch Mäuse.
Der so entstandenen Zustand war beiweitem schlimmer, als das ärgste Durcheinander,
das ich je zu verantworten hatte.  

Im Herbst brachten mir Freunde aus Wien mit dem Auto einige unverzichtbare Sachen,
die ich im Internet gekauft hatte, z.B ein 
Campingbett. Dadurch konnte ich wieder
in das Häuschen zurück.
Der Vermieter urgierte das, und an dem Tag, als diese Lieferung kam, drehte er im
Notquartier den Strom ab. Da es schon kühl war, und mein Handy-accu leer, und er telefonisch
nicht erreichbar, war ich nun gezwungen, anstatt meine Rückkehr in das nur mehr mäßig feuchte,
teils schimmelige Häuschen einige Tage vorzubereiten, noch am selben Tag dortzubleiben
und in etwa 3-tägiger, schlafloser Arbeit das Nötigste einzurichten. Diese unerfreuliche Vorgangsweise
erwies sich allerdings nachträglich als die einzig machbare, wenn ich die neu angeschafften Sachen
vor Mäuseverschmutzung bewahren wollte.
Meine Versuche, die Mäuse mit einer Lebendfalle zu fangen scheiterten daran,
daß sie immer wieder zurück kamen. Sie hatten also einen Zugang, ich wußte nicht wo.
Bald kam Schnee, der es unmöglich machte, danach zu suchen. Ich arrangierte mich
daher mit einer Maus, die die anderen fernhielt, ich gab ihr stets 1% meines Essens und
verbot ihr dafür, sich meinem Bett zu nähern, unter dem ich Säcke mit Lebensmitteln lagerte.
Daran hielt sie sich sogar in Zeiten kurzer Abwesenheit. Im Frühjahr fand ich den
Mäusezugang und behaupte, der war von Menschenhand hergestellt.

Der Lebensgefährte der
Hauskrankenpflegerin brachte mir wöchentlich Lebensmittel und
im Winter Brennmaterial.
Ich übte jetzt viel auf einer Mandoline, dazu, das Werkstattzimmerchen, einzurichten,
um weitere Instrumente herzurichten, kam ich nicht, und so blieb dort alles
im Durcheinander der Übersiedlung aus Wien. 
Ich hatte auch keine Ahnung, was nach der winterlichen Dusche noch funktionierte,
sich reparieren ließe, oder entsorgt gehörte.
Ist eine Metabo-Handkreissäge, um 1990 um einige 1000 öS gekauft, kaum verwendet,
nachdem sie 2012 mit Wasser übergossen wurde, im Sinne des Exekutors
ein Wertgegenstand?
Meine Finanzen wurden wieder knapp und ich mußte etwa nach einem Jahr weiteres
Geld ausborgen.

Im Nov 2013 hatte ich bei einem Kurzbesuch in Wien erfolglos versucht,
relativ einflussreiche Personen auf meine Situation aufmerksam zu machen.
Nachdem zuerst die Volkshilfe ausgefallen war, dann aber auch der private Lieferant wegsiedelte,
sah ich, besonders im Winter, meine Versorgung sowohl mit Lebensmitteln als auch mit Brennstoffen
an meinem abgelegenen Wohnort nicht gewährleistet.
Trotz des milden Winters überforderten mich die wöchentlichen Busfahrten mit einer Karre,
und gegen Ostern 14 mußte ich wieder in ein Spital. Dazu fuhr ich nach Wien.
Hier hielt ich mich auch den Sommer über auf, in der Hoffnung, diese Situation verbessern zu können.
Ende Oktober erfuhr ich, daß seit Anfang Okt mein Grundsicherungsbezug eingestellt wurde.
Begründung: Ich hatte mich zu lange in Wien aufgehalten, daher fühle man sich in AM nicht mehr
für mich zuständig.

Einfach schnell zurückzufahren und mich beim Sozialamt zu melden, um dann einen weiteren Winter
in meinem desolaten Häuschen ohne Fahrzeug oder sonst wie gesicherter Versorgung zu verbringen,
schien mir beängstigend und nicht akzeptabel.

Eine ältere, etwas ausführlichere Version der Erzählung bzgl Wasserschaden in meinem Häuschen etc
gibt es hier (großteils reduntant)

Bio-vor 2003

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